Wohnen im Alter

Vor dem Älter werden wird niemand bewahrt. Das zeigt auch der demografischen Wandel. Forscher gehen derzeit davon aus, dass es in den nächsten 8 Jahren ein Defizit von rund 2,5 Millionen geeigneter Wohnungen für ältere Menschen gibt. Es wird also zur sogenannten „grauen Wohnungsnot“ und leider auch zur damit einhergehenden sozialen Ausgrenzung kommen. In den eigenen vier Wänden fühlen sich die Menschen wohl und sicher, so dass Sie sich häufig schwer damit tun, die gewohnte Umgebung zu verändern oder zu verlassen. Fakt ist, dass das Leben im Alter beschwerlicher wird. Auch wenn einem die Nutzung eines Rollstuhles erspart bleibt, so ergeben sich dennoch so manche Hindernisse, die man jungen Jahren nicht als solche empfunden hat. Das Schlüsselwort lautet hier barrierefrei und es ermöglicht, so lange wie möglich selbstbestimmt zu leben.

Neben der langsamen Einschränkung der Mobilität können im Alter verschiedenste Krankheiten auftreten und entweder in schleichenden Prozessen voran schreiten oder aber durch eine plötzliches Auftreten (Herzinfarkt, Schlaganfall, Unfall) die Lebenssituation maßgeblich verändern. Als Volks-krankheiten und somit insbesondere auch häufig ältere Menschen betreffende Alterserkrankungen gelten z.B.:

  • Arthrose – bedeutet Gelenkverschleiß. Besonders oft betroffen sind hier Knie- und Hüftgelenke, Arthrose kann aber an allen Gelenken auftreten. Die Gelenkschädigung führt zu mitunter starken Schmerzen und zur Bewegungsminderung. In schweren Fällen ist ein Gelenkersatz (Endoprothese) notwendig.
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  • Rheuma – bezeichnet eine Gruppe von entzündlichen Erkrankungen, die den Körper in unterschiedlichen Bereichen beeinträchtigen. Betroffen sein können die Knochen, Muskeln und sogar die Organfunktionen. Eine häufige Form des Rheuma ist Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), hierbei kann es z.B. zur Versteifung der Wirbelsäulengelenke kommen.
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  • Osteoporose – auch Knochenschwund genannt ist eine sehr häufig auftretende Alterskrankheit und beschreibt die Anfälligkeit für Knochenbrüche durch Abnahme der Knochendichte. Primär betroffen ist in den meisten Fällen die Wirbelsäule, aber auch hüftgelenksnahe Oberschenkelknochenbrüche sowie Beckenbrüche stellen keine Seltenheit dar.
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  • Parkinson – Krankheit wird auch als Schüttelkrankheit bezeichnet und ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Die Kernsymptome sind Muskelstarre (Rigor), verlangsamte Bewegung (Bradykinese) bis hin zur Bewegungslosigkeit (Akinese), Muskelzittern (Tremor) und Haltungsinstabilität (posturale Instabilität).
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  • Demenz & Alzheimer – Krankheit sind Erkrankungen, die der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit sind. Neben vielen Symptomen die das Gedächtnis betreffen, verursacht die Demenz motorische Störungen in Form von Steifwerden, ähnlich wie bei der Parkinson – Krankheit. Es besteht eine erhöhte Sturzgefahr, insbesondere deshalb es zu Haltereflexstörungen kommt.

 
Wenn sich die Generation 50 plus Gedanken über die jetzige Wohnung macht, wird schnell klar, dass im Hinblick auf spätere Einschränkungen auch Barrieren entstehen werden. Diese gilt es abzubauen. Deshalb macht altersgerecht umbauen Sinn. Um seniorengerechtes Wohnen im Alter zu ermöglichen gibt es unzählige Möglichkeiten barrierefrei, funktionell und Komfortabel zu gestalten:

Räumlichkeiten Allgemein

Unabhängig davon ob es sich um kleinere bauliche Maßnahmen oder einen richtigen Umbau handelt, ist es wichtig eine klare Raumstruktur zu schaffen. Neben der Berücksichtigung der angemessenen Türbreiten (beispielsweise für die spätere Nutzung einer Gehhilfe in Form eines Rollators) sollten die Räume hell und freundlich durch Ausreichende Belichtung sein. Für den Fall das der Bewohner eines Tages einen Rollstuhl nutzt, ist es wichtig dass er auch im sitzen hinaus blicken kann. Somit sollten die Fensterbrüstungen auf ein entsprechendes Maß gebracht werden. Zusätzlich ist z.B. die Anordnung des Fenstergriffes zu beachten, damit dieser auch erreicht und leicht bedient werden kann. Wenn es eine Tür zur Terrasse oder auf einen Balkon gibt, muss diese selbstverständlich schwellenlos sein. Gleiches gilt für die Haus- bzw. Wohnungstür, sowie für alle weiteren Türen innerhalb der Wohnung. Auch die Materialeigenschaften von Wand und Boden spielen eine große Rolle. Ein rutschfester Bodenbelag vermindert die Sturzgefahr und gibt zusätzliche Sicherheit. Die Wandgestaltung vermittelt ein Raumgefühl, welches z.B. im Falle einer späteren Demenzerkrankung des Bewohners positiv fördern kann.

Barrierefreies Bad

Ein barrierefreies Bad sollte heutzutage eigentlich der Standard einer jeden Neubaumaßnahme sein. In Bestandswohnungen gibt es die Möglichkeit das Bad barrierefrei und seniorengerecht anzupassen. Wichtig ist das Vorhandensein oder Schaffen von ausreichend Platz. Die Bewegungsflächen sind immens wichtig um eine uneingeschränkte Nutzung zu sichern. Das Anbringen von Stütz- und Haltegriffen kann direkt erfolgen bzw. so vorbereitet werden, dass ein sofortiges montieren bei Bedarf erfolgen kann. Die Dusche ist dann Barrierefrei, wenn Sie ausreichend dimensioniert und bodengleich ausgeführt wird. Ein Duschklappsitz komplettiert die Ausstattung. Der Waschtisch kann unterfahrbar sein und in seiner Höhe – genauso wie das WC – passend ausgerichtet sein. Ein rutschfester und leicht zu reinigender Boden hat im Bad höchste Priorität.

Küche

Altersgerechtes Wohnen spielt sich auch in der Küche ab. Die Höhe des Arbeitsplatte sollte so angepasst sein, dass auch im sitzen sämtliche Tätigkeiten ausgeübt werden kann. Eine sinnvolle Anordnung der Gerätschaften, sowie auch die Höhenanpassung der Oberschränke steigern den Komfort in Bezug auf die Verrichtung der Hausarbeiten. Vielfältige Möglichkeiten und flexible Systeme stehen zur Verfügung und können individuell aufeinander abgestimmt werden. Auch in Bezug auf die Sicherheit gibt es eine breite Palette an Produkten die sich trendbewusst in das Erscheinungsbild der Küche einfügen.

Treppen / Treppenhaus

Die Überwindung von Höhendifferenzen ist eine der größten Herausforderungen. Grundsätzlich muss die Treppe trittfest und Ihre Oberfläche rutschfest sein. Spezielle Markierungen der Stufen ermöglichen ein verbesserte Orientierung, für den Fall einer eintretenden Einschränkung der Sehkraft. Der Sicherheit dient ein Handlauf, dessen Haptik gezielt auf den Greifkomfort abzielt. Bei Bedarf werden weitere Handläufe bzw. Haltegriffe montiert. Sofern die Treppe nicht mehr eigenständig gestiegen werden kann, besteht die Möglichkeit ein Liftsystem einzubauen. Dabei wird je nach Bedarf z.B. unterschieden in Treppensitzlift, Aufzug, Plattformlift oder Hebelift. Auch im Aussenbereich können Lifte Ihre Anwendung finden. Die genaue Ausführung wird individuell in die räumliche Situation eingefügt.

AAL – Ambient Assited Living

Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Hierbei handelt es sich um Konzepte und Systeme die Ältere oder Benachteiligte Menschen situationsabhängig und unaufdringlich unterstützen. Die Technik integriert wird in die Wohnung integriert und passt sich an den Bewohner und seine Gewohnheiten an. Zunächst können solche Systeme multimedial genutzt werden. Im Bedarfsfall kann eine Vernetzung mit ambulanten Pflegediensten, Angehörigen und Betreuern stattfinden. Die technischen Hilfsmittel gibt es aber auch für das Alltägliche. Die automatische Abschaltung des Herdes bei Abwesenheit, Raumtemperatursteuerung, Beleuchtungssteuerung, aber auch ein Badewannenwächter oder ein Hausnotrufsystem kann sowohl die Sicherheit als auch den Komfort steigern.