Demenz

Das Wohnen im Alter wird für immer mehr Menschen aufgrund veränderter Wohnkonzepte eine große Herausforderung. Zusätzlich erschwert wird dies durch die teilweise altersbedingten Einschränkungen und die dadurch entstehenden Barrieren.

Die Krankheit

Demenz ist der Oberbegriff für viele verschiedene Erkrankungen, bei denen geistige Fähigkeiten wie Denken und Erinnern eingeschränkt sind. Die Demenz kann viele Gesichter haben. Zu verstärkter Vergesslichkeit, Orientierungsstörungen und Sprachstörungen kann in vielen Fällen körperliche Unruhe, Unsicherheit, Interesselosigkeit und fehlende Organisation von Körperpflege und Kleidung hinzukommen. Es können aber auch Gefühlsstörungen, Wahnvorstellungen oder Blasen- und Darmentleerungsstörungen auftreten.

Aufgrund der zum Teil unklaren Anzeichen wird erst von Demenz gesprochen, wenn die Krankheit mehr als sechs Monate anhält, sich ständig verschlimmert und es zu Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags kommt. In Deutschland leben zurzeit 1,4 Millionen Demenzkrankte. Aufgrund des Demographischen Wandels wird sich die Zahl bis zum Jahr 2050 auf 3 Millionen erhöhen.

Wohnungsanpassung

Zum selbstbestimmten und altersgerechten Wohnen gehört speziell für Demente, dass sie so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung leben können. Die optimale Wohnungsanpassung, ob präventiv oder reaktiv, wird immer individuell auf die betroffenen Personen abgestimmt.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen können zum Beispiel sein:

  • Zur präventiven Vermeidung von Stürzen werden Barrieren abgebaut. Dies können auch zum Teil kleine Kanten zwischen den einzelnen Räumen sein. Ebenso sind die von den Älteren häufig verwendeten Teppichläufer und Zierteppichen die sich fast immer durch nach oben gewölbte Ecken auszeichnen. Lose und zum Kippen neigende Möbelstücke sollten nachträglich gesichert werden (z.B. Garderoben).
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  • Ängste zu vermeiden ist für die Betroffenen wichtig. Durch die eingeschränkte Sehkraft können dunkle Böden oder dunkle Fußabtreter als Abgrund oder Loch wahrgenommen werden. Ebenso werden spiegelnde Flächen als Bedrohung wahrgenommen. Dies kann durch sorgfältig ausgesuchte Farben und Materialien für Böden und Wände vermieden werden. Zur Erleichterung der räumlichen Orientierung sollte ein auf den Betroffenen abgestimmtes Farbkonzept ausgewählt werden. Durch die unterschiedliche Gestaltung von Verkehrs- und Wohnbereichen kann der Betroffene sich leichter wiederfinden. Ebenso das Hervorheben oder das Verstecken von Türen kann eine sehr große Erleichterung darstellen.
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  • Gerade bei Demenzkranken mit einem hohem Bewegungsdrang empfiehlt es sich Bewegungsraum zu schaffen. Dies kann schon durch das einfache Umstellen der Möbel in Verbindung mit einer zusätzlichen Öffnung in einer Wand realisiert werden. Da Demenzkranke ihre Umgebung anders wahrnehmen und in vielen Fällen eine Sehbeeinträchtigung vorliegt, ist es möglich die Eingangstüren zu „verstecken“. Hierdurch kann vermieden werden, dass die Betroffenen ohne Begleitung die Wohnung verlassen.
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  • Durch abgestimmte Farbkonzepte können stimulierende Reize geschaffen werden. Dies erhöht die Gehirnaktivität und wirkt fördernd auf den Betroffenen ein. Ebenfalls wird eine wohlige und beruhigende Wohnatmosphäre geschaffen.
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  • In der Küche ist es von größter Wichtigkeit, dass der Herd und sonstige brandgebende Elektrogeräte sich bei Überhitzung selbstständig abschalten. Zusätzlich sollte noch ein Feuer- und/oder Rauchmelder zur Sicherheit eingebaut werden. Bei Gasherden ist ein Gasmelder zu installieren. Durch eine zentrale Steuerung kann der Alarm auch zu den Betreuern auf mobile Geräte geschaltet werden. Dies empfiehlt sich, da es beim ausgelösten Alarm oft zu Paniksituationen kommen kann.
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  • Als selbstverständlich sollten auch die Maßnahmen für barrierefreies Wohnen angesehen werden. Als geringster Maßstab sollte die Benutzung eines Rollators möglich sein. Ebenso sind genügend Haltegriffe im Bad zu montieren.

 
Weitere Tipps erhalten Sie im Ratgeber unter „Wohnen im Alter“